Bürgerinitiative
Wunstorf

Warum ein Luxus-Bad zur Falle für die Wunstorfer Daseinsvorsorge wird

Worum es geht
Das Hallenbad ist das emotionalste Großprojekt in Wunstorf. Doch während öffentlich über „Wasserspaß“ diskutiert wird, droht im Hintergrund eine finanzielle Schieflage. Wir sagen Ja zu einem Bad für Schulen und Sport – aber Nein zu einem 38-Millionen-Euro-Prestigeobjekt, das am echten Bedarf vorbeiplant, soziale Pflichtaufgaben verdrängt und für viele Familien kaum bezahlbar sein wird.

Der Etikettenschwindel: Sportbad vs. Erlebnis-Tempel

Kernaussage
Die Stadt plant kein funktionales Bad für Wunstorfer, sondern tritt mit Steuergeldern in einen harten Wettbewerb mit kommerziellen Freizeitbädern ein.

Statt den Grundbedarf (Schulschwimmen, Vereine, Reha) solide und kostengünstig zu decken, plant die Stadt eine „Erlebnis-Landschaft“ („Elements“-Konzept).

  • Der übersehene Wettbewerb: Wunstorf begibt sich damit in direkte Konkurrenz zu etablierten Großbädern wie das BALNEON in Neustadt, dem Aqua-Laatzium  in Laatzen oder der Königlichen Kristall Saunatherme – Seelze.
  • Das Marktrisiko: Der Markt für teure Freizeitbäder in der Region ist gesättigt.
  • Die Gefahr: Ein kommunales Bad kann diesen „Wettrüsten-Wettbewerb“ um Attraktionen gegen kommerzielle Anbieter dauerhaft kaum gewinnen, ohne immer weiter Steuergelder nachzuschießen.

Die soziale Falle: Ein Bad für alle – oder nur für die, die es sich leisten können?

Kernaussage
Ein 38-Millionen-Bau und der teure Betrieb eines Erlebnisbades müssen refinanziert werden. Das führt zwangsläufig zu Eintrittspreisen, die sozial ungerecht sind.

Um die enormen Betriebskosten eines solchen „Luxus-Bades“ zu decken, werden die Eintrittspreise weit über dem Niveau eines einfachen Sportbades liegen müssen.

  • Explodierende Ticketpreise: Die Refinanzierung der hohen Baukosten wird auf die Eintrittskarten umgelegt.
  • Ausgrenzung statt Teilhabe: Familien mit geringem Einkommen, Senioren mit kleiner Rente und Jugendliche werden sich den regelmäßigen Besuch kaum leisten können.
  • Das Paradox: Wir investieren Millionen an Steuergeldern in ein Projekt, das sich am Ende viele Bürger gar nicht leisten können. Das ist keine Daseinsvorsorge, das ist soziale Selektion.

Die finanzielle Blockade: Luxus verdrängt Pflicht

Kernaussage
Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Die Bindung von 38 Millionen Euro fehlt dort, wo es in Wunstorf brennt.

Wer 38 Millionen für ein Prestigeprojekt bindet, entscheidet sich aktiv gegen die schnelle Sanierung von Schulen und den Ausbau von Kitas. Die Stadt setzt hier Ästhetik vor Bildung und Freizeit vor Betreuung:

  • Investitionsstau an Schulen: Während wir Millionen in „Wellness“ investieren, leiden Wunstorfer Schulen unter Sanierungsstau, maroden Turnhallen und Raumnot.
  • Kita-Krise: Es fehlen Betreuungsplätze und Personal. Wichtige Projekte verzögern sich oder platzen.
  • Die bittere Wahrheit: Das Geld für das Bad fehlt für die Pflichtaufgaben der Daseinsvorsorge.


Vorhandene Alternativen werden ignoriert

Kernaussage
Wunstorf steht nicht ohne Wasser da – günstige Basis-Lösungen wären möglich.

Es gibt funktionierende Angebote und Alternativen, die in der Diskussion oft ausgeblendet werden:

  • Mit dem Freibad Bokeloh (Sport) und dem NaturErlebnisBad Luthe gibt es bereits funktionierende Bäder.
  • Ein fokussierter Neubau oder eine Sanierung rein für das ganzjährige Schul- und Vereins-Schwimmen wäre für einen Bruchteil der 38 Millionen zu haben.
  • Warum wird diese wirtschaftlich vernünftige „Basis-Variante“ nicht ernsthaft als Alternative verfolgt?

Unsere Forderung: Vernunft statt Größenwahn

Kernaussage
Ein Hallenbad darf kein Denkmal für Politiker sein – es muss ein Dienstleister für die Bürger sein.

Wir fordern einen sofortigen „Reality-Check“ für das Hallenbad-Projekt:

  • Stopp der „Elements“-Planung: Kein Bau eines überdimensionierten Erlebnisbades auf Kosten der Steuerzahler.
  • Rückkehr zum Kernauftrag: Planung eines modernen, funktionalen Sport- und Lehrschwimmbades, das für Schulen, Vereine und Familien bezahlbar bleibt.
  • Ehrliche Priorisierung: Keine Freigabe von 38 Millionen Euro, solange der Investitionsstau an Schulen und Kitas nicht behoben ist und kein integriertes Gesamtkonzept (ISEK) vorliegt.

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