Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) soll die strategische Grundlage für große städtische Entscheidungen sein. In Wunstorf spielt es bislang jedoch kaum eine sichtbare Rolle. Genau das ist problematisch – insbesondere bei Projekten mit langfristigen finanziellen und strukturellen Folgen.
Was ein ISEK eigentlich leisten soll
Kernaussage
Ein ISEK ist kein Beiwerk – sondern der strategische Rahmen für Einzelprojekte.
Ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept beschreibt, wie sich eine Stadt langfristig entwickeln will.
Es beantwortet unter anderem Fragen wie:
- Welche Ziele verfolgt die Stadt in den nächsten 10–15 Jahren?
- Wie greifen Mobilität, Wohnen, Handel, Klima, Soziales und Infrastruktur ineinander?
- Welche Projekte haben Priorität – und warum?
- Wie werden Investitionen zeitlich und finanziell aufeinander abgestimmt?
Kurz gesagt: Ein ISEK sorgt dafür, dass einzelne Maßnahmen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang gedacht werden.
Warum ein ISEK gerade bei Großprojekten unverzichtbar ist
Kernaussage
Ohne strategischen Rahmen fehlt die Vergleichs- und Abwägungsgrundlage.
Großprojekte wie die Altstadtsanierung betreffen nicht nur einen Ort, sondern haben Auswirkungen auf:
- städtische Finanzen über viele Jahre,
- Prioritäten anderer Investitionen,
- Mobilität, Erreichbarkeit und Nutzung,
- den lokalen Handel und das soziale Gefüge.
Ohne ein öffentlich einsehbares ISEK ist für Bürger kaum nachvollziehbar, warum genau dieses Projekt jetzt Priorität hat – und welche anderen Maßnahmen dadurch verschoben oder ausgeschlossen werden.
Der aktuelle Zustand in Wunstorf
Kernaussage
Entscheidungen laufen – aber der strategische Rahmen bleibt unscharf.
In der öffentlichen Diskussion spielt das ISEK bislang kaum eine erkennbare Rolle.
Zwar wird auf einzelne Konzepte und Programme verwiesen, doch ein klar kommuniziertes, zusammenhängendes Stadtentwicklungskonzept ist für Bürger nicht transparent verfügbar.
Damit fehlt ein zentrales Instrument, um große Projekte wie die Altstadtsanierung sachlich einzuordnen und miteinander zu vergleichen.
Warum das problematisch ist
Kernaussage
Ohne ISEK entstehen Entscheidungen im Nebel.
Wenn kein klarer strategischer Rahmen sichtbar ist, entstehen mehrere Risiken:
- Einzelprojekte werden isoliert bewertet,
- Prioritäten erscheinen zufällig oder politisch getrieben,
- Kosten- und Zeitfolgen sind schwer vergleichbar,
- Bürgerbeteiligung wird in ihrer Wirkung begrenzt.
Bürger können nur dann sinnvoll mitdiskutieren, wenn sie wissen, in welchem größeren Zusammenhang Entscheidungen stehen.
ISEK bedeutet nicht Stillstand – sondern Orientierung
Kernaussage
Ein ISEK bremst nicht – es verhindert Fehlsteuerung.
Häufig wird befürchtet, ein Stadtentwicklungskonzept koste Zeit und verzögere Projekte.
Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall:
- Klare Prioritäten beschleunigen Entscheidungen,
- Abgestimmte Planung reduziert spätere Korrekturen,
- Transparenz erhöht Akzeptanz und Planungssicherheit.
Ein ISEK schafft Verlässlichkeit – für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft.
Die Verbindung zur Altstadtsanierung
Kernaussage
Ohne ISEK fehlt der Maßstab für Umfang, Tempo und Reihenfolge.
Die Altstadtsanierung ist ein zentrales Projekt mit großer Tragweite.
Genau deshalb stellt sich die Frage:
- Warum gerade jetzt?
- In welchem Verhältnis steht sie zu anderen Großprojekten?
- Welche langfristigen Ziele werden damit konkret verfolgt?
Ohne ein öffentliches ISEK bleiben diese Fragen unbeantwortet – oder werden nur punktuell erklärt.

Unsere Haltung als Bürgerinitiative
Kernaussage
Wir fordern keinen Stopp – wir fordern Orientierung.
Wir sind:
- für eine strategisch geplante Stadtentwicklung,
- für transparente Prioritätensetzung,
- für nachvollziehbare Entscheidungen.
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