Standpunkte in aller Kürze:
- Wunstorf ist und bleibt die schönste Innenstadt der Region.
- Der historische Charakter der Innenstadt wird bewahrt.
- Die Sanierung orientiert sich ausdrücklich an NOTWENDIGKEITEN.
- Die Lebendigkeit bleibt erhalten (Dienstleister, Gastronomie & Einzelhandel usw.).
- Die Bürger werden eingebunden und entscheiden mit, was wie umgesetzt wird.
- Wir erstellen GEMEINSAM das Lastenheft (Auslobungstext) für die Gestaltung unserer Innenstadt.
- Termine und Kosten werden transparent dargestellt und verfolgt – es wird verantwortungsvoll mit Steuergeldern gehaushaltet.
Standpunkte zur geplanten Innenstadtsanierung
Die Bürgerinitiative „Freunde der Innenstadt“ setzt sich für eine lebendige, gewachsene und zukunftsfähige Innenstadt ein. Die Wunstorfer Innenstadt soll weiterhin „die schönste Innenstadt der Region“ bleiben.
Wir erkennen an, dass Pflege, Modernisierung und Anpassung an neue Anforderungen notwendig sind. Zugleich darf eine Innenstadtsanierung nicht zu einem überstürzten Umbau führen, der Charakter, Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit und wirtschaftliche Grundlage der Innenstadt gefährdet.
1. Unsere Grundhaltung
Wir sagen Ja zu einer verantwortungsvollen Sanierung – aber Nein zu Schnellschüssen, intransparenten Entscheidungen und Lösungen, die an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger vorbeigehen. Die Innenstadt ist kein reines Bauprojekt. Sie ist Lebensraum, Handelsstandort, Treffpunkt, historisches Zentrum und identitätsstiftender Ort unserer Stadt.
2. Zentrale Standpunkte
2.1 Charakter erhalten statt beliebig erneuern
Die Innenstadt besitzt ein gewachsenes Erscheinungsbild, das nicht leichtfertig aufgegeben werden darf. Sanierung bedeutet für uns zuerst Erhalt, Pflege und gezielte Verbesserung des Bestehenden. Materialien, Pflasterungen, Stadtmöbel und Gestaltungselemente sollen sich am historischen und örtlichen Charakter orientieren, statt austauschbare Standardlösungen zu schaffen. Unser klares NEIN zu Granit & JA zu vorhandenen Bäumen!
2.2 Erst Sanierungsnotwendigkeit ermitteln, dann Gesamtkonzept, daraus abgeleitet Einzelmaßnahmen
Vor Baubeschlüssen braucht es eine transparente Ermittlung und Bewertung des tatsächlich notwendigen Sanierungsbedarfes, dann ein nachvollziehbares Gesamtkonzept: Welche Funktionen soll die Innenstadt künftig erfüllen? Wie werden Gastronomie, Handel, Dienstleistungen, Kultur, Wohnen, Begegnung, Klimaresilienz und Mobilität zusammengedacht? Einzelne Oberflächenentscheidungen dürfen nicht isoliert getroffen werden, solange Zielbild, Kosten, Bauablauf und Folgen nicht transparent dargelegt sind.
2.3 Echte Bürgerbeteiligung statt bloßer Information
Die Menschen, die die Innenstadt täglich nutzen, müssen frühzeitig und ernsthaft einbezogen werden. Beteiligung bedeutet nicht nur, fertige Pläne zu erklären. Beteiligung bedeutet, Alternativen offen zu prüfen, Kritik aufzunehmen, Entscheidungsgrundlagen zugänglich zu machen und Kompromisse sichtbar zu entwickeln.
2.4 Gastronomie und Einzelhandel schützen und stärken
Während der Sanierung dürfen Betriebe nicht allein gelassen werden. Bauabschnitte müssen so geplant werden, dass Zugänglichkeit, Sichtbarkeit, Lieferverkehr und Aufenthaltsqualität möglichst erhalten bleiben. Erforderlich sind verlässliche Zeitpläne, klare Ansprechpartner, transparente Baustellenkommunikation und gegebenenfalls Unterstützungsmaßnahmen für besonders betroffene Betriebe.
2.5 Erreichbarkeit ausgewogen sichern
Eine attraktive Innenstadt braucht gute Wege für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radverkehr, öffentlichen Nahverkehr, Menschen mit Einschränkungen, Lieferdienste und Besucherinnen und Besucher mit dem Auto. Wir lehnen einseitige Lösungen ab. Ziel muss eine barrierearme, sichere und alltagstaugliche Erreichbarkeit für alle Nutzergruppen sein.
2.6 Klimaresilienz und Aufenthaltsqualität verbessern
Sanierung muss auch bedeuten, die Innenstadt besser auf Hitze, Starkregen und veränderte Klimabedingungen vorzubereiten. Mehr Schatten, geeignete Bepflanzung, wassersensible Gestaltung, Sitzgelegenheiten und gepflegte öffentliche Räume erhöhen die Aufenthaltsqualität und stärken die Innenstadt als Ort der Begegnung.
2.7 Kosten, Fördermittel und Folgekosten offenlegen
Öffentliche Mittel müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden. Neben Investitionskosten sind auch Unterhalt, Pflege, Reparaturanfälligkeit, Bauzeitrisiken und Folgekosten zu berücksichtigen. Fördermittel dürfen nicht dazu führen, dass eine teurere oder weniger passende Lösung gewählt wird, nur weil sie kurzfristig förderfähig erscheint.
3. Unsere Forderungen
- Vorlage eines vollständigen, verständlichen Gesamtkonzepts für die Innenstadtentwicklung basierend auf tatsächlichen Sanierungsnotwendigkeiten.
- Offene Prüfung mehrerer Sanierungsvarianten einschließlich Erhalt, Reparatur und behutsamer Modernisierung.
- Transparente Darstellung von Kosten, Förderbedingungen, Folgekosten und Risiken.
- Verbindliche Bürgerbeteiligung vor abschließenden politischen Beschlüssen.
- Schutz von Gastronomie, Handel, Anwohnerschaft und Besucherinnen und Besuchern während der Bauphase.
- Erhalt des gewachsenen Erscheinungsbildes und der lokalen Identität.
- Verbesserung von Barrierefreiheit, Sicherheit, Begrünung, Schatten und Aufenthaltsqualität.
4. Unser Angebot zum Dialog
Wir verstehen uns nicht als Verhinderer, sondern als Stimme für eine Sanierung mit Augenmaß. Wir sind bereit, konstruktiv an Lösungen mitzuwirken, die die Innenstadt stärken, ohne ihre Identität zu beschädigen. Dafür braucht es Respekt, Transparenz und den ernsthaften Willen, Bürgerinnen und Bürger nicht nur anzuhören, sondern einzubeziehen.
Unser Leitsatz lautet: Sanieren ja – aber behutsam, transparent, bezahlbar und gemeinsam mit den Menschen, die diese Innenstadt tragen – das geht nur mit einem echten Neuanfang und einem neuen Auslobungstext.